Lehrgang für Bunkai, Oyo und Kyusho Jitsu mit Joachim Merkl, Rainer Dohm und Christian Conrad in Nürnberg
21.05.10 (Berichte)
Am 16. Mai 2010 trafen sich zahlreiche hohe Kyu- und Danträger beim Kenshokan Nürnberg um frische Inspirationen zu sammeln. Schon Wochen vorher war der anstehende Lehrgang von Joachim Merkl, Rainer Dohm und Christian Conrad überbucht. So hatte das Gespann insbesondere in Nordbayern bereits Eindruck hinterlassen. Hinsichtlich ihres Unterrichtskonzepts lag dies nicht zuletzt an der individuellen Betreuung der Teilnehmer, welche nur durch gleichzeitigen Einsatz aller drei Referenten möglich war. Dies erwies sich als höchst effektiv zur Vermittlung der nötigen Detailkenntnisse. Denn derart ausgefeilte Kampfkombinationen auf Massenlehrgängen funktionsfähig zu unterrichten ist unmöglich. Daher konzentriert sich das Lehrteam auch lieber auf eine begrenzte Anzahl an Teilnehmern.
Zum Einstieg vitalisierten die Teilnehmer unter Dohms Anleitung ihre Körper mittels Selbstmassagetechniken, wie sie aus taoistischen Lehren bekannt sind. Daraufhin gab der Referent einen kleinen Ausblick auf die Lehrgangsinhalte. So seien Karate-Kata mit Zen-Rätseln zu vergleichen. Viele hätten wohl schon von der Frage nach dem Klang einer einzelnen Hand gehört. Diese Hand sei mit einem Kata-Übenden zu vergleichen. Die Technik als Analogie für den Klang ergibt sich eigentlich erst durch Hinzuziehen einer zweiten Hand bzw. Person. Jegliche Interpretation einer Bewegungsfolge kann niemals als ultimativ korrekt gelten, da sie stets vom spezifischen Bezugssystem von Angreifer, Verteidiger und Umfeld abhängt. Der Ausdruck der Individualität eines Kämpfers ist dabei oberstes Gebot zur Entwicklung seiner Fähigkeiten. Zu beachten ist zudem, dass die Ursprünge heute trainierter Formen bis in die Zeit vor Begründung des Karate zurückreichen. Insofern zeigen Kata auch nicht den Kampf zwischen Karateka. Ihr tiefgründiger Inhalt erschließt sich erst bei Berücksichtigung der Muster realer Kämpfe.
In anschließenden praktischen Teil veranschaulichte Merkl mit Unterstützung seines Partners Conrad mittels zahlreicher Beispiele aus den Shotokan-Formen Jion und Kanku-Dai, dass es möglich ist Kata vollständig mit nahtlosen Serien von Nahkampftechniken aufzulösen. Das vollständige Potenzial kämpferischer Analysen (jap. Bunkai) erschließt sich dem Übenden erst bei Berücksichtigung des Kyusho-Jitsu. Dieses erfordert nicht nur umfassende Kenntnisse und Fertigkeiten der mechanischen Aktivierung der aus der Akupunktur einschlägig bekannten Vitalpunkte. Nur hierüber werden die Technikvariationen (jap. Henka Waza) letztlich klar. Auf höheren Ebenen dieser Kunst sind auch Ki-Aspekte der Kontrahenten relevant, was nichts Mystisches, sondern für quasi jede/n erfahrbar ist. Daneben wies Merkl in seiner Eigenschaft als Polizist wiederholt auf das juristisch durchaus nicht unproblematische Duett von Karate-Anwendungen (jap. Oyo) und der Selbstverteidigung (jap. Goshin) hin. Während bei ersteren prinzipiell der dem Karate-Do zentrale Gedanke schnellstmöglichen Tötens geübt wird, sei in der Selbstverteidigung insbesondere der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten. So könnten die dargebotenen Anwendungen nicht pauschal zur Notwehr eingesetzt werden, sondern sind vielmehr stets situationsgerecht anzupassen. Die Teilnehmer zeigten sich zugleich beeindruckt und begeistert von den kompromisslosen Ausführungen des Nahkampfexperten. Neben der fortlaufend familiären Atmosphäre trugen Conrad und Dohm immer wieder mit international bereits sehr gängigen Flow Drills auflockernd bei. Mittels dieser auch als Renzoku Waza Futari Geiko (dt. fortlaufende/sich wiederholende Techniken für zwei Personen) bekannten Übungsformen wurden ausgewählte Kata-Sequenzen konditionierend eingeschliffen.
Insgesamt ging der lehrreiche Tag mit dem fränkischen Referenten-Trio viel zu schnell vorbei, so dass zahlreiche Teilnehmer bereits nach weiteren Lehrgängen verlangten. Es lohnt sich also die Augen nach den neuen Terminen offen zu halten.
(Bericht: R.D., Fotos mit freundlicher Genehmigung von M. Müller)
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Am 13.12.08 traf sich der Bezirkskader Mittelfranken, um mit insgesamt 20 Kämpfern, darunter auch Sven Sedlacek und ich, nach Mörlenbach auf den 16. Internationalen Odenwaldcup zu fahren.
Am Abend durften Sven und ich dann noch bei den Erwachsenen im Mix-Team mitkämpfen, wo wir Erfahrung für die nächsten Jahre sammeln sollten. Sven konnte mit seinem Team hierbei den 3. Platz erreichen. Ich durfte mich nochmals über Gold im Teamwettkampf freuen.














